Wie sieht es mit der Datensicherheit in Virtual Reality aus?

Datensicherheit in Virtual Reality (VR) betrifft zwei Bereiche: die Sicherheit Ihrer Projektdaten und die personenbezogenen Nutzerdaten, die eine VR-Brille erfasst. Mit einem sorgfältig ausgewählten Entwicklungspartner, Datensparsamkeit und der passenden Online- oder Offline-Nutzung lassen sich beide gut schützen.
Die Nutzung von VR bietet viele Vorteile, sei es für Produktpräsentationen, Schulungen oder Simulationen. Doch dabei stellt sich die Frage: Wie sicher sind die Daten, die dabei verarbeitet werden?
1. Sicherheit von den Projektdaten der VR-App
Das Entwicklerteam bekommt in der Regel Zugriff auf sensible Projektdaten. Darum sollten Sie Ihren Umsetzungspartner mit Sorgfalt auswählen. Denn: Jedes Unternehmen kann potenziell gehackt werden. Aber man kann Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um die sensiblen Daten zu schützen. Lassen Sie sich vom Entwicklerteam vor dem Projektstart erklären, wie sie das Thema IT-Sicherheit umsetzen und den Schutz Ihrer Projektdaten sicherstellen.
Konzerne führen standardmäßig eine sogenannte Due Diligence durch, in der sie ihre Zulieferer genau analysieren. Wir haben zahlreiche solcher Prüfungen mitgemacht. Sie sind aufwendig und zeitintensiv, aber letztendlich in Anbetracht der zunehmenden Risiken in der Cybersicherheit notwendig und richtig.
1.1. Auf Datensparsamkeit achten
In einer VR-Anwendung werden normalerweise nicht alle Daten benötigt, die in den Rohdaten verfügbar wären. Daher sollten vom Auftraggeber auch nur die notwendigen Daten angeliefert werden. Bei CAD-Daten sollten alle sensiblen Informationen (zum Beispiel patentierte Komponenten oder Firmengeheimnisse) von den Ingenieuren entfernt werden, bevor sie an das VR-Team angeliefert werden, wenn diese Details nicht für das Projekt relevant sind. Das reduziert die Gefahr, dass geheime Details versehentlich ihren Weg in die VR-Anwendung finden.
1.2. Online- oder Offline-Nutzung
VR-Apps können online und offline betrieben werden:
- Offline: Alle Projektdateien sind dann auf dem Gerät gespeichert. So sind die Daten gegen Angriffe von außen gesichert.
- Online mit lokalen Projektdaten: Multiplayer-Anwendungen haben die gegebenenfalls sensiblen Projektdaten lokal auf dem Gerät gespeichert, sie werden während der Benutzung nicht über das Internet übertragen. Die Benutzer dieser VR-Anwendung können sich allerdings gegenseitig hören und sehen und mit den Komponenten der App (zum Beispiel Maschinenteilen) interagieren. Dabei werden aber nur Sprache, Avatarbewegungen und ein paar Steuerungssignale übertragen, keine Projektdaten.
- Online mit Clouddaten: Einige Anwendungen nutzen Nachladefunktionen, bei denen auch Projektdaten über das Internet übertragen werden. Das können zum Beispiel Benutzerdaten oder 3D-Modelle sein. Bei dieser App-Form muss mit besonderem Augenmerk auf verschlüsselte Verbindungen und Datenschutz entwickelt werden.
2. Erfassung von personenbezogenen Nutzerdaten durch VR-Brillen
VR-Brillen erfassen zwar personenbezogene Daten wie Augen- und Kopfbewegungen oder Sprachaufnahmen, aber solange diese Daten nicht von einer App ausgewertet werden, besteht in der Regel kein Missbrauchspotenzial. Das Entwicklerteam kann diese Daten in Ihrer App für bestimmte Zwecke wie zum Beispiel die Steuerung der Simulation nutzen, aber diese Daten werden (sofern nicht anders vereinbart) nicht gespeichert oder übertragen. Die Hersteller erheben allerdings selbst Daten, und zwar in unterschiedlichem Umfang. Meta erfasst nach eigenen Angaben unter anderem die Position von Brille und Controllern, die Maße des Raums sowie die genutzten Apps und die Nutzungsdauer und verwendet solche Daten auch zur Verbesserung der eigenen Produkte. PICO erfasst laut Datenschutzrichtlinie Sensordaten zu Gesicht, Händen, Stimme und Bewegungen, um seine Dienste bereitzustellen und zu verbessern, schließt aber eine Nutzung für Marketing aus. Apple verarbeitet Blickdaten und die Raumerfassung bei der Vision Pro nach eigenen Angaben nur auf dem Gerät. Dass Hersteller solche Daten ohne Einwilligung an Dritte weitergeben, ist uns nicht bekannt. Solange die Apps auf dem VR-Gerät die Daten nicht gezielt verarbeiten, bleiben sie weitgehend ungenutzt und sicher.
Fazit
In Virtual Reality gibt es zwei große Bereiche der Datensicherheit: den Schutz sensibler Projektdaten und den Schutz von personenbezogenen Nutzerdaten. Die Sicherheit von Projektdaten wird durch Verschlüsselung und allgemeine Maßnahmen zur Cybersicherheit gewährleistet. Personenbezogene Daten wie Bewegungs- und Sprachdaten werden von der App und je nach Gerät auch vom Hersteller verarbeitet. Was die App damit tut, liegt in der Hoheit von uns Entwicklern und damit auch in Ihrer als Auftraggeber. Was der Hersteller erhebt, regeln die Einstellungen des Geräts und die Wahl des Modells. Dennoch ist zu beachten, dass VR-Headsets auch technische Geräte sind, die wie PCs, Smartphones und Tablets geschützt werden können und sollten. Wir beraten Sie gern und gehen mit Ihrer IT-Abteilung in die Details.
