Kontakt

BUND Landesverband Niedersachsen

Als Schweinswal durchs Meer: Umweltbildung in Virtual Reality für den BUND

Mit der VR-Brille in die Haut eines Schweinswals: Besucher erleben die Nordsee aus der Ich-Perspektive, orten Fische per Biosonar und spüren, was Schiffslärm und Rammarbeiten für Offshore-Windparks anrichten. Im Einsatz in Ausstellungen, Nationalparkhäusern und Schulen.

Kunde
BUND Landesverband Niedersachsen
Branche
Umweltverband, Ausstellung zum Meeresschutz
Einsatz
Messe und Event
Format
Virtual Reality, 360°-Video
Format
VR-Film in 3D
Dauer
3,5 Minuten
Einsatz
Bildung
Premiere
August 2026
Ein Schweinswal schwimmt in grünlich trübem Wasser über Seegras

Wie schützt man ein Tier, das kaum jemand kennt? Der Schweinswal ist der einzige Wal, der dauerhaft in Nord- und Ostsee lebt, und er ist bedroht. Für den BUND haben wir einen Virtual-Reality-Film entwickelt, in dem Besucher selbst zum Schweinswal werden. Sie schwimmen durch sein Revier in der Nordsee, suchen mit seinem Biosonar nach Fischen und erleben, wie Lärm unter Wasser sein Leben durcheinanderbringt.

Kurz gesagt

  • Auftraggeber: BUND Landesverband Niedersachsen, im Projekt „Ruhe für die Schweinswale“
  • Format: computeranimierter VR-Film für VR-Brillen, als 180°-Video in 3D mit räumlichem Klang und Sprecher
  • Perspektive: Die Zuschauer sehen und hören die Nordsee als Schweinswal
  • Themen: Echoortung, Schiffslärm, Rammarbeiten für Offshore-Windparks
  • Einsatz: Wanderausstellung, Nationalparkhäuser, Infoveranstaltungen und Schulbesuche

Sandiger Meeresboden mit Seegras in grünem Wasser, Lichtstrahlen fallen von oben ein

Verstehen mit dem Bauch, nicht nur mit dem Kopf

Unterwasserlärm ist ein abstraktes Thema. Man sieht ihn nicht, und an Land hört man ihn nicht. Zahlen über Dezibel und Schallausbreitung erreichen die wenigsten Menschen. Genau hier setzt die Anwendung an: Wer selbst als Schweinswal durchs Wasser gleitet und dann vom Dröhnen eines Frachters überrollt wird, muss nicht mehr überzeugt werden. Das Verständnis kommt sofort, und es bleibt.

Das ist die Stärke von Virtual Reality in der Umweltbildung. Sie erklärt nicht, sie lässt erleben. Man versteht mit dem Bauch, nicht nur mit dem Kopf.

Ein Frachtschiff mit rotem Rumpf auf ruhiger See

Dreieinhalb Minuten im Leben eines Schweinswals

Der Film folgt einem klaren Bogen. Ein Sprecher begleitet die Szene und ordnet ein, was gerade passiert.

  1. Ruhe. Der Schweinswal gleitet über sandigen Meeresboden und Seegras. Licht fällt von der Oberfläche ein, im Wasser schweben Partikel. Zu hören sind nur Strömung, Wellen und das leise Knacken von Krebsen.
  2. Jagd mit dem Biosonar. Ein Fischschwarm zieht vorbei. Der Schweinswal sendet Klicklaute aus, sichtbar als feine Welle aus Licht, die auf die Fische trifft und zurückkommt. So orientieren sich Schweinswale und finden ihre Nahrung.
  3. Ein Schiff kommt. Erst ist da nur ein Grollen von hinten. Dann wird es lauter, ein Schatten schiebt sich über den Kopf, Schraubengeräusche mischen sich hinein. Das Frachtschiff zieht knapp über den Zuschauer hinweg, das Biosonar wird vom Rumpf gestört.
  4. Rammarbeiten. Vor dem Schweinswal taucht ein Stahlpfahl für ein Windrad auf. Ein tiefer Schlag, eine Druckwelle, Sediment wirbelt auf. Das Biosonar flackert, die Orientierung ist weg.
  5. Erholung. Der Lärm klingt ab, das Wasser klärt sich, die Klicklaute finden wieder ihr Ziel.

Der Ton ist dabei die halbe Erfahrung. Wir haben den Klang räumlich gemischt: Das Schiff kommt hörbar von hinten und zieht nach vorn, die Klicklaute kommen von dort, wohin der Wal schaut.

Ein Mädchen sitzt mit VR-Brille und Controllern auf einer Bank, hinter ihr ein Infostand mit grüner BUND-Fahne

Zwei Windräder auf dem Meer, daneben ragen Fundamentpfähle für weitere Anlagen aus dem Wasser

Warum ein Film und keine interaktive Simulation

Die Anwendung soll ohne Betreuung laufen, in einer Ausstellung genauso wie im Klassenzimmer. Deshalb haben wir sie als Film angelegt, nicht als Spiel mit Aufgaben. Niemand muss etwas lernen oder bedienen, der Film startet und läuft von selbst. Die Bewegungen sind ruhig, damit sich auch Menschen ohne VR-Erfahrung wohlfühlen.

Gerechnet haben wir den Film als 180°-Video in 3D. Das ist das Format, das Apple für die Vision Pro „Immersive Video“ nennt. Der Blick reicht nach vorn und weit zur Seite, und weil die Bildpunkte nicht auf eine ganze Kugel verteilt werden, ist das Bild schärfer als bei einem 360°-Video. Die räumliche Tiefe macht Fische, Seegras und den Schiffsrumpf greifbar.

Gezeigt wird der Film auf kabellosen VR-Brillen ohne Rechner und ohne Internet. Ein externer Akku am Kopfband hält die Brille einen ganzen Ausstellungstag lang in Betrieb.

Unter Wasser: Ein Stahlpfahl wird in den Meeresboden gerammt, Sediment wirbelt in einer dichten Wolke auf

Die Premiere

Zum ersten Mal gezeigt wurde der Film Ende August 2026 auf einer Fachtagung zum Meeresschutz an der Nordseeküste. Das Interesse war groß, bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen, die zum ersten Mal eine VR-Brille aufhatten. Die Rückmeldung des BUND danach:

„Es lief mega mega gut! Die Reaktionen waren durchweg positiv, die Kinder haben es natürlich am meisten gefeiert, aber auch besonders ältere, die VR bisher noch nie erlebt haben, waren teilweise richtig berührt, eine Dame hatte sogar Tränen in den Augen und hat es dreimal hintereinander gemacht. Richtig wertvoll ist auch der externe Akku von dem Headset, damit hat die Anwendung den ganzen Tag funktioniert.“

BUND Landesverband Niedersachsen, nach der Premiere

Ein Junge sitzt mit VR-Brille auf einer Bank, über ihm an der Wand das große Bild eines Schiffsrumpfs von unten

Schon bei der Abnahme hatte das Projektteam besonders zwei Dinge hervorgehoben:

„Das mit dem Biosonar habt ihr echt richtig gut umgesetzt und mit dem Sprecher während der Szene finde ich auch richtig richtig gut! Ich bin total happy, vielen Dank für eure Mühen und Extra-Schleifen!“

BUND Landesverband Niedersachsen

Inzwischen ist eine Brille auf dem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern, zur Einweihung einer Infotafel über Meeressäuger auf der Insel Poel.

Zwei Kinder sitzen mit VR-Brillen auf einer Bank vor Schautafeln über Wale, daneben steht ein Jugendlicher mit VR-Brille

Was sich übertragen lässt

Perspektivwechsel ist eines der stärksten Mittel, das Virtual Reality hat. Für Naturschutz und Umweltbildung heißt das: Menschen erleben die Welt mit den Sinnen eines Tieres oder an einem Ort, den sie sonst nie sehen würden. Das passt zu Zugvögeln, Insekten, Korallenriffen, dem Boden unter einem Acker oder einem Moor, das wieder vernässt wird.

Für Verbände, Stiftungen, Museen und Behörden ist ein computeranimierter VR-Film oft der richtige Einstieg. Er ist schneller fertig als eine interaktive Simulation, läuft ohne Betreuung und lässt sich später um Spielelemente erweitern. Wie wir solche Projekte aufbauen, zeigt unsere Seite zu VR-Videos in 360° und 180°. Den Unterschied zwischen Film und Simulation erklären wir im Wissenshub: 360°-Video oder Virtual-Reality-Simulation?

Bereit für ein gemeinsames Projekt?

Schreiben Sie uns oder buchen Sie direkt ein kostenloses Erstgespräch. Wir melden uns innerhalb eines Werktags.

Ihr AnsprechpartnerTim B. Frank Gründer und Geschäftsführer

Kostenloses Erstgespräch

30 Minuten mit Tim B. Frank

Mit der Wahl eines Tages öffnen Sie den Buchungskalender von Calendly. Dabei werden Daten an Calendly übertragen. Datenschutz